Genauer betrachtet

Biologen, Geografen, Geologen, Astronomen, Historiker … , sie alle sind willkommen, um den Nationalpark im Lichte Ihres persönlichen Interesses zu studieren.

Sie als Biologe;
werden dort mehr als 7000 Tier- und Pflanzenarten zählen. Typisch für die Region ist die Heide mit ihren natürlichen Bewohnern. Die nach Süden ausgerichteten Hänge und die Diversität der Biotope sorgen für ein bedeutsames Habitat für wärmeliebende Insekten und Reptilien. In der morgendlichen Stille können Sie Rehe entdecken. Moorfrösche, Kreuzkröten, Waldeidechsen, Glattnattern, Blauflügelige Ödlandschrecken, Schwalbenschwänze, Brachvögel, Heidelerchen, Nachtschwalben und viele, viele andere Tiere fühlen sich dort heimisch. Und Sie vielleicht auch!

Sie als Geologe;
werden von den mehr als 50 Metern Höhenunterschied fasziniert sein, die dieser Nationalpark zu bieten hat. Denn das zeigt einiges an geologischer Geschichte. Die Hoge Kempen sind ein einzigartiges geologisches Freilichtmuseum, das seine Entstehungsgeschichte dem Geröll verdankt, das die Maas während der letzten Eiszeiten aus den Ardennen mit sich geführt hat. Der Boden besteht aus Kieselsteinen.

Sie als Geograf;
werden vielleicht schon gehört haben, dass der Nationalpark zusammen mit den ihn umgebenden Bergbaugebieten auf der Vorschlagsliste zum Weltkulturerbe der UNESCO steht. Das hat er seiner organisch entwickelten, evolutiven Kulturlandschaft zu verdanken. Die früher vorhandenen Wälder sind gerodet worden, um Bau- und Brennholz zu gewinnen; dadurch erhielt die Heide die Gelegenheit, sich auszubreiten; Vieh kam, um dort zu grasen, Nadelbäume wurden angepflanzt, um sie dann als Holz zum Abstützen im Bergbau zu nutzen, Gartenbaubetriebe wurden errichtet, Fördertürme und Kohlehalden wuchsen am Horizont in die Höhe … und alle diese Entwicklungen sind heute noch zu erkennen.

Sie als Astronom;

werden zweifellos die Sternwarte von Kattevennen besuchen. Viele Astrorangers möchten ihr Wissen mit Ihnen teilen. Und am letzten Freitag im Monat wird eine Sonderveranstaltung arrangiert, die mit einem Blick durch das Fernrohr endet. Wie Sie wissen, darf ein Naturschutzgebiet nach Sonnenuntergang nicht mehr betreten werden. Daher empfehle ich Ihnen die Vollmondwanderung, eine begleitete Wanderung mit Ranger.

Sie als Historiker;
werden zweifellos begeistert sein, wenn Sie in der Ferne eine renovierte Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert auf Pietersheim besuchen. Diese Wasserburg ist stiller Zeuge ruhmreicher und verbissener Feldschlachten der Herren von Pietersheim. Vom mittelalterlichen Schloss können Sie noch die ringförmigen Wehrmauern und den Torturm besichtigen. Auch der Kapellensaal aus dem 16. Jahrhundert blieb erhalten. Die Steine erzählen Ihnen ihre Geschichte. Auch die wesentlich jüngere Bergbauvergangenheit im Nationalpark und in dessen Umgebung wird Sie in ihren Bann ziehen.

Die beste Art, diesen natürlichen Schatz zu erkunden, ist die Wanderung. Vergessen Sie Ihr Fernglas und Ihren Pflanzenführer nicht, wenn Sie die Spitzenwandergebiete besuchen.

Routenvorschläge:

Mechelse Heide – rote Wanderung (10 km) – blaue Wanderung (5,3 km, Ausgangspunkt Campingplatz Kikmolen), Pietersheim – gelbe Wanderung (13,5 km) und auf Lieteberg die gelbe Wanderung (10,9 km, Ausgangspunkt Roelen). Sie können natürlich auch selbst ganz nach Herzenslust kombinieren.

Zusätzliche Informationen über den Nationalpark finden Sie bei den Besucherempfängen der Zugangstore.
Dort gibt es auch interessante Lehrpfade, wie etwa den Steinpfad und ein Kosmodrom auf Kattevennen, eine geologische Wand am Bahnhof As, einen Insektenpfad und ein Insektenmuseum, es gibt einen Schmetterlingssaal und Bienenkörbe auf Lieteberg sowie eine prachtvoll renovierte Wasserburg auf Pietersheim.


Sie haben den Aufenthalt im Nationalpark genossen?
Dann leisten Sie Ihren Beitrag zum Nationalpark-Fonds über IBAN BE68 733073303334 – BIC: KRED BE BB